Archiv für Juli 2013

Ausstellung im Studentenhaus auch für Sehbehinderte sichtbar!

Pressemitteilung Studentenwerks Karlsruhe [1] vom 29.07.2013:

Noch 14 Tage ist die Wanderausstellung „If Your Mind’s Eye Is Blind You’ll Stay Behind-ert!“ im Foyer des Studentenhauses des Studentenwerks Karlsuhe, am Adenauerring 7, zu sehen. Die 30 ausgestellten Plakate sind auch für Sehbehinderte erfahrbar. Audioguides, besprochen von professionellen Schauspielern und im International Student Center erhältlich, sowie Bildbeschreibungen in Brailleschrift machen es möglich!

Die Design-Studentin Gulnara Petzold von der Universität der Künste Berlin belegte mit ihrem Plakat den ersten Platz beim 26. Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks in Berlin (DSW) zum Thema „Studieren mit Behinderung oder chronischer Krankheit“. „If Your Mind’s Eye Is Blind You’ll Stay Behindert“, lautet die Botschaft ihres Plakats; die Worte auf rotem Grund sind von Hand in Großbuchstaben gemalt. So eigenwillig wie die englisch-deutsche Wortkombination „behind-ert“, so eigenwillig sind die gestalterischen Mittel, zu denen sie griff.

Eine Fachjury mit Experten aus dem Grafik-Design und Kommunikations-Design wählte aus den insgesamt 386 Plakaten, die 230 Design-Studierende beim DSW eingereicht hatten, die besten aus. Mit seinem 26. Plakatwettbewerb hatte das DSW die Design-Studierenden bundesweit zur Auseinan- dersetzung mit der Situation von behinderten und chronisch kranken Studierenden eingeladen. Derzeit sind dies 8% der Studierenden in Deutschland.

Erst vor Kurzem hat das DSW eine Online-Befragung von 15.000 behinderten oder chronisch kranken Studierenden vorgelegt. Sie zeigt: Nur 6% der Betroffenen ist ihre gesundheitliche Beeinträchtigung auf Anhieb anzusehen. Die große Mehrheit bleibt unsichtbar; das gilt gerade für chronisch kranke Studierende, Studierende mit psychischen Erkrankungen oder Teilleistungsstörungen wie etwa Legasthenie. Die Design-Studierenden thematisieren mit ihren Plakaten dieses Spektrum.

Paul Philippe Raabe von der Hochschule Darmstadt hat einen der drei dritten Plätze gewonnen mit einem Plakat, das das Konterfei Albert Einsteins zeigt. Seine Gesichtszüge bilden den Satz „Legasthenie ist relativ“. Der Schöpfer der Relativitätstheorie relativiert seine eigene Teilleistungsstörung.

Prof. Dr. Dieter Timmermann, der Präsident des Deutschen Studentenwerks, freut sich über die „sehr gute Beteiligung“ der Design-Studierenden. Er sagt: „Das ist ein schwieriges, komplexes Thema, das die gestalterische, aber auch die soziale Kompetenz der Studierenden herausgefordert hat.“ Gemeinsam mit Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für

Bildung und Forschung, das den Wettbewerb fördert, überreichte Timmermann die Preise.

Die Wanderausstellung, die an 20 Studentenwerken in ganz Deutschland ausgestellt wird, ist im Studentenhaus, Adenaurring 7, 76131 Karlsruhe, noch bis zum 18.08.2013 zu sehen. Die Audioguides erhalten Sie im International Student Center im linken Flügel des Mensafoyers bei Iris Buchmann.

Die Übersicht mit den sechs Siegerplakaten:
http://www.studentenwerke.de/pdf/Jury_Ergebnisse_2012.pdf

Links:
www.behindertenbeauftragter.de/DE/Kultur/Kultur_node.html
www.studentenwerke.de

[1] Pressemitteilung Studentenwerks Karlsruhe vom 29.07.2013 als pdf