Ausstellung im Studentenhaus auch für Sehbehinderte sichtbar!

Pressemitteilung Studentenwerks Karlsruhe [1] vom 29.07.2013:

Noch 14 Tage ist die Wanderausstellung „If Your Mind’s Eye Is Blind You’ll Stay Behind-ert!“ im Foyer des Studentenhauses des Studentenwerks Karlsuhe, am Adenauerring 7, zu sehen. Die 30 ausgestellten Plakate sind auch für Sehbehinderte erfahrbar. Audioguides, besprochen von professionellen Schauspielern und im International Student Center erhältlich, sowie Bildbeschreibungen in Brailleschrift machen es möglich!

Die Design-Studentin Gulnara Petzold von der Universität der Künste Berlin belegte mit ihrem Plakat den ersten Platz beim 26. Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks in Berlin (DSW) zum Thema „Studieren mit Behinderung oder chronischer Krankheit“. „If Your Mind’s Eye Is Blind You’ll Stay Behindert“, lautet die Botschaft ihres Plakats; die Worte auf rotem Grund sind von Hand in Großbuchstaben gemalt. So eigenwillig wie die englisch-deutsche Wortkombination „behind-ert“, so eigenwillig sind die gestalterischen Mittel, zu denen sie griff.

Eine Fachjury mit Experten aus dem Grafik-Design und Kommunikations-Design wählte aus den insgesamt 386 Plakaten, die 230 Design-Studierende beim DSW eingereicht hatten, die besten aus. Mit seinem 26. Plakatwettbewerb hatte das DSW die Design-Studierenden bundesweit zur Auseinan- dersetzung mit der Situation von behinderten und chronisch kranken Studierenden eingeladen. Derzeit sind dies 8% der Studierenden in Deutschland.

Erst vor Kurzem hat das DSW eine Online-Befragung von 15.000 behinderten oder chronisch kranken Studierenden vorgelegt. Sie zeigt: Nur 6% der Betroffenen ist ihre gesundheitliche Beeinträchtigung auf Anhieb anzusehen. Die große Mehrheit bleibt unsichtbar; das gilt gerade für chronisch kranke Studierende, Studierende mit psychischen Erkrankungen oder Teilleistungsstörungen wie etwa Legasthenie. Die Design-Studierenden thematisieren mit ihren Plakaten dieses Spektrum.

Paul Philippe Raabe von der Hochschule Darmstadt hat einen der drei dritten Plätze gewonnen mit einem Plakat, das das Konterfei Albert Einsteins zeigt. Seine Gesichtszüge bilden den Satz „Legasthenie ist relativ“. Der Schöpfer der Relativitätstheorie relativiert seine eigene Teilleistungsstörung.

Prof. Dr. Dieter Timmermann, der Präsident des Deutschen Studentenwerks, freut sich über die „sehr gute Beteiligung“ der Design-Studierenden. Er sagt: „Das ist ein schwieriges, komplexes Thema, das die gestalterische, aber auch die soziale Kompetenz der Studierenden herausgefordert hat.“ Gemeinsam mit Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für

Bildung und Forschung, das den Wettbewerb fördert, überreichte Timmermann die Preise.

Die Wanderausstellung, die an 20 Studentenwerken in ganz Deutschland ausgestellt wird, ist im Studentenhaus, Adenaurring 7, 76131 Karlsruhe, noch bis zum 18.08.2013 zu sehen. Die Audioguides erhalten Sie im International Student Center im linken Flügel des Mensafoyers bei Iris Buchmann.

Die Übersicht mit den sechs Siegerplakaten:
http://www.studentenwerke.de/pdf/Jury_Ergebnisse_2012.pdf

Links:
www.behindertenbeauftragter.de/DE/Kultur/Kultur_node.html
www.studentenwerke.de

[1] Pressemitteilung Studentenwerks Karlsruhe vom 29.07.2013 als pdf

Den Nazis keinen Meter!

keinenmeter

Diesen Samstag findet nun doch die bundesweite Großdemonstration von Nazis in Karlsruhe unter dem Motto „Freiheit für alle Nationalisten – Freiheit für unsere Kameraden“ statt [1]. Nachdem die Stadt Karlsruhe den Aufmarsch am 21. Mai „Im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ verboten hatte [2], hat das Karlsruher Verwaltungsgericht das Verbot wieder einkassiert [4]. Die Stadt Karlsruhe will jetzt beim Landesverwaltungsgericht Baden-Württemberg Beschwerde gegen diesen Beschluss einreichen. Da aber auch dort nicht mit einem Verbot der Nazi-Demo zu rechnen ist, ist es wichtig das möglichst viele zur Gegendemo kommen um zu zeigen, dass Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.

Treffpunkt: Haltestelle Tivoli um 10.00 Uhr

Daher haltet Euch den Tag frei, bereitet Euch auf Blockaden vor und lasst uns gemeinsam den Tag zum Desaster für die Nazis machen.
Den Nazis keinen Meter! – keinenmeter.org [5]

[1] Aufruf des AAKA
[2] ka-news.de: Stadt Karlsruhe verbietet Nazi-Demo (21.05.2013)
[3]ka-news.de: Verwaltungsgericht: Nazi-Demo darf stattfinden – Stadt legt Berufung ein (22.05.2013)
[4] Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts Karlsruhe (23.05.2013)
[5] keinenmeter.org

Veranstaltungsreihe im Sommersemester: Klimawandel – Analyse, Handlungsoptionen, Prophylaxe

Auch im Sommersemester findet auf dem Campus eine Veranstaltungsreihe von Rosa Luxemburg Stiftung, AL und Grüner Alternativer Liste statt. Sie steht dieses Semester unter dem Titel „Klimawandel – Analyse, Handlungsoptionen, Prophylaxe“. Veranstaltungsort ist jeweils das Franz-Schnabel-Haus (Geb. 30.91), Raum 012, Karlsruher Institut für Technologie, Campus Süd.

Obwohl der Klimawandel mittlerweile recht gut erforscht und die Grundproblematik zu einem Allgemeingut geworden ist, tut sich die internationale Gemeinschaft auf politischer Ebene sehr schwer, entschlossene Schritte dagegen zu unternehmen. Dies verwundert auch deshalb, weil einerseits die Dringlichkeit zur Handlung kaum mehr angezweifelt wird und andererseits die Menschheit in vergleichbaren Situationen durchaus bewiesen hat, dass sie schnell handeln kann. So hat es bspw. von der Entdeckung des Ozonlochs bis zum vollständigen Verbot von FCKW lediglich 15 Jahre gedauert.

Was ist beim Klimawandel anders? Die von ihm ausgehenden Gefahren sind nicht so exakt zu bestimmen, aber dennoch nicht weniger bedrohlich. Ein großer Unterschied mag darin liegen, dass die möglichen Handlungsoptionen nicht so leicht durchzuführen sind: Die adäquate Reaktion auf den drohenden Klimawandel stellt unsere Wirtschaftsweise als Ganzes infrage, und nicht nur einen kleinen Teil daraus, wie beim FCKW.

Es ist fünf nach zwölf – und gerade deshalb Zeit zu handeln. Warum dies so ist und was auf technischer wie auf gesellschaftlicher Ebene getan werden kann, soll diese Vortragsreihe exemplarisch erläutern.

Vorträge:
23. April 2013, 19.30 Uhr
Klimawandel im Computer
Michael Böttinger (Deutsches Klimarechenzentrum)

06. Juni 2013, 19.30 Uhr
Aquatische Biomasseproduktion zur Lösung des Teller-Tank-Dilemmas
Christine Rösch (Forschungsbereich „Nachhaltigkeit und Umwelt“ am KIT)

04. Juli 2013, 19.30 Uhr
Die Technik allein wird’s nicht richten. Über die Notwendigkeit sozio-kultureller Innovationen für eine nachhaltige Gesellschaft.
Gerolf Hanke (Vereinigung für ökonomische Ökologie)

Veranstaltungsort ist jeweils das Franz-Schnabel-Haus (Geb. 30.91), Raum 012, Karlsruher Institut für Technologie, Campus Süd.

Thomas de Maizière an der Humboldt Universität

Hier ein Aufruf der uns per Mail erreicht hat:

Liebe Leute,

Am Mittwoch, dem 10. April 2013 spricht der „Verteidigungsminister“ Thomas de Maizière an der Humboldt Universität über die Rolle der Bundeswehr (siehe [1] ).
Der Titel ist: „Armee der Einheit ? Der Beitrag der Bundeswehr zum gesellschaftlichen Zusammenhalt“.
Nachdem die Bundeswehr mittlerweile routinemäßig Werbung in Schulen macht, sollen jetzt auch noch Unis erschlossen werden. Gleichzeitig stirbt jede 14 Minuten ein Mensch aus Heckler & Koch-Waffen. Deutschland ist der drittgrößte Waffenlieferant der Welt, bringt Waffen in Krisengebiete und zerstört damit die Länder. Und dann will die BRD keine Flüchtlinge aufnehmen.

Kommt am Mittwoch zahlreich und mit bunten, kreativen Ideen zu dieser Veranstaltung, um Euer Missfallen an der Rolle Deutschlands als Waffenexporteur und der Militarisierung des öffentlichen Lebens kundzutun!

Ab 17 Uhr ist Einlass. Bitte seid SEHR FRÜH DA, also um 17 Uhr oder noch früher, denn bei seinen Auftritten in anderen Städten war der Saal sonst sofort gefüllt mit JU-Leuten und anderen Bewunderern (und die kritischen Stimmen kamen nicht mehr rein). Vielleicht ist es auch sinnvoll, sich „ordentlich“ anzuziehen, in anderen Städten kamen Leute im Anzug (oder sowas) leichter rein als Menschen, die als links gelesen wurden.
Taschen und Jacken müssen übrigens „aus Sicherheitsgründen“ an der Tür abgegeben werden.

Hier ist ein Ausschnitt einer (meiner Meinung nach gelungener) Veranstaltung mit ihm: [2]

Mittwoch, 10. April 2013 Beginn: 18 Uhr, Eintritt: ab 17 Uhr
Audimax der Humboldt Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10099 Berlin

Und die Stellungnahme der Brandenburg-Berliner Initiative für Zivilklausel gegen Rüstungs-und Militärforschung hinsichtlich der Veranstaltung:
[3]

Beste Grüße aus Potsdam,
Armin

[1] Informationsdienst Wissenschaft: Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière spricht über die Rolle der Bundeswehr
[2] youtube.com: Thomas de Maizière im Hörsaal 3
[3] bbzivilklausel.wordpress.com: Vortrag des Verteidigungsministeriums

Gesucht: Plakatmotiv fürs UStA Unifest Sommer 2013

Das Festkomitee des UStA Unifest (FestKo) tagt wieder und plant das kommende Unifest. Beim Festko kann jede*r mitmachen. Die Sitzungen sind immer Donnerstags ab 18.00 Uhr im UStA (Im Gebäude der Mensa am Adenauerring).
Außerdem wurde das Plakat für das Unifest wieder ausgeschrieben. Hier der Ausschreibungstext dazu:

Hallo,

traditionell findet auch dieses Jahr am letzten Junisamstag, dem 29.06.2013, das UStA Unisommerfest statt! Um auf dieses Spektakel angemessen visuell aufmerksam zu machen, wird der Campus, die Stadt und ihre Umgebung im Vorfeld mit Plakaten und Programmheften dekoriert. Eben hier kommst Du ins Spiel:

Wir suchen ein originelles Plakatmotiv, welches werbewirksam auf unser Unifest und sein vielfältiges Programm hinweist und gleichzeitig gestalterisch Vorfreude auf einen lässigen, musikalisch untermalten Sommernachmittag schürt.
Also pack den Malkasten, oder das Grafikprogramm Deines Vertrauens aus und sende uns deine Entwürfe.

Jeder Einsendung gebührt der Dank des Festkomitees, zusätzlich bekommt der Autor des verwendeten Motivs eines der heiss begehrten Unifest-Orga-T-Shirts (deren Design sich am Plakat orientiert), köstliche Verpflegung im Catering, sowie 2 Plätze auf der Gästeliste.

Schickt Eure Vorschläge an festorga@usta.de, der Einsendeschluss ist der 17. April 2013.
Inhaltliche und technische Details findet Ihr unter:
http://www.usta.de/wiki/unifest:plakatwettbewerb

Als Inspiration könnt Ihr Euch auch die Plakate der vergangenen Feste ins Gedächtnis rufen:
http://www.usta.de/wiki/unifest:bandhistorie

Viel Spaß beim Kreativ-sein,
Für das Festkomitee
Ben

Edit 25.03.2013:
Auch auf der UStA-Homepage findet ihr mittlerweile die Ausschreibung: usta.de: Gesucht: Plakatmotiv fürs UStA Unifest Sommer 2013

Flüchtlingsdemo am 8.3.2013 in Karlsruhe, die 2te

Hier noch eine Stellungnahme von Dr.-Ing. Dietrich Schulze, Teilnehmer der Demonstration und Betroffener des Polizei-Übergriffs nach Beendigung der Demonstration, die uns am 12.03.2013 erreicht hat.

Polizeiberichte und Fakten

Zwei Aspekte der im Webmagazin ka-news und im freien Radio Querfunk am 11.03.13 verbreiteten Meldungen haben mich als Teilnehmer der Demonstration der Flücht­linge und als Betroffener eines Polizei-Übergriffs nach Beendigung der Demon­stration zu dieser Stellung­nahme veranlasst.

Bei ka-news [1] wird folgendes mitgeteilt: „Der Demonstrationsführer vor Ort habe laut Polizei erklärt, er habe die Lage nicht mehr im Griff und die Veranstaltung daher für beendet erklärt. Demnach lief der Protest nicht mehr unter dem Versammlungsrecht.“

Wie und warum wurde die Demonstration tatsächlich beendet? Darüber kann ich deswegen Zeugnis ablegen, weil ich daran konkret beteiligt war.

Nach einem friedlichen Besuch der Bus-Tour-Flüchtlinge bei den LASt-Flüchtlingen gingen beide Gruppen mit Unterstützern auf die Durlacher Allee vor der LASt und blockierten als Ausdruck ihrer Empörung über menschenunwürdige Lagerbedingungen, Residenzpflicht und Abschie­­be­politik kurzzeitig die Durlacher Allee. Die Polizei erklärte, dass ihr Einsatz „deeskalie­rend“ gewesen sei. Der Einsatz begann sofort mit einer Knüppelei mit Verletzungen aufseiten der Demonstrant­Innen.

Nachdem dieser erste Polizei-Einsatz beendet war und sich die meisten Demonstranten auf den Gehweg zurück gezogen hatten, legte sich einige wenige Flüchtlinge an den Rand der Fahrbahn und blockierte die Fahrbahn weiter. In dieser angespannten Situation habe ich mich auf beiden Seiten für eine Deeskalation eingesetzt, um eine erneute Zuspitzung und gefähr­liche Verletzungen vermeiden zu helfen. Von Einsatz-Chef Wilk habe ich gefordert, die Hunde (ohne Maul­korb) zurückzuziehen, deren Gekläff die Lage emotional anheizte. Mehrere Demo-Verantwort­liche habe ich gebeten, die auf der Straße liegenden Flüchtlinge davon zu überzeugen, dass sie die Fahrbahn frei machen mögen. Der gelungene Symbolcharakter des Protests werde nicht dadurch geschmälert, indem er abgebrochen werde.

Genauso geschah es. Die wenigen Flüchtlinge wurden auf den Gehweg begleitet und einer der Demo-Verantwortlichen erklärte für alle Seiten hörbar die Demonstration für beendet. Als sichtbares äußeres Zeichen für den Auflösung der Demonstration begaben sich alle verbliebenen Demonstrantinnen zurück in den Vorhof der LASt, die Tour­flücht­linge gingen zu ihren Autos und die LASt-Flüchtlinge in die LASt.

Was tat die Polizei? Sie setzte in geschlos­sener Formation nach und bedrängte die auf dem Rückweg befindlichen Flüchtlinge und UnterstützerInnen. Bezeugt ist eine aufhetzende Rede [2]: „Aus dem Hintergrund feuerte der Polizei­beamte Heck seine KollegInnen mit den Worten »Haut fett drauf, haut drauf!« an.“

Ich selbst befand mich in der Reihe der Zurückgehenden im Abstand von etwa einem Meter vor der Polizeikette und erhielt urplötzlich von einem Polizisten einen starken Schlag von Vorn. Ich habe das so ausgedrückt [3]: „Ein wohl besonders aufge­hetzter Hundeführer versetzte mir in vorder­ster Reihe einen derartig heftigen Stoß, daß ich der Länge nach stürzte und durch den Aufprall auf dem Asphalt für eine Weile das Bewußtsein verlor.“ Ein ASB-Mitarbeiter checkte mich, stellte eine Platzwunde am Ellenbogen fest und ordnete meine Einweisung in die nächstgelegene Klinik an.

Im Querfunk-Interview [4] erklärt der Polizeisprecher meinen Sturz so: „Tatsache ist, dass es bei einer Personalienfeststellung und aus einer Festnahme heraus einen kurzen tumultartigen Moment gab, als Demonstranten zurückwichen. In dieser Szene ist dieser ältere Herr zu Fall gekommen.“

Den „tumultartigen Moment“ gab es nicht. Nachdem ich mich nach dem Sturz aufgerappelt hatte und von einem ASB-Mitarbeiter die Ellen­bogen-Ver­letzung festgestellt wurde, kam in der Wartezeit bis zum Transport in die Klinik Einsatz­-Chef Wilk auf mich zu und wollte meine Personalien fest­stellen mit der Begründung, dass er diese für den Polizei­bericht benötige, in dem er über das „Gerangel“ schreiben müsse, das zu meinem Sturz geführt habe.

Unter Zeugen entspann sich sinngemäß folgender Dialog: Schulze (laut an alle Umstehenden): Die Polizei will in ihrem Bericht ein Gerangel behaupten, das zu meinem Sturz geführt habe. Bezeugt werden kann aber, dass mich der glatzköpfige Hundeführer völlig grundlos ange­griffen hat. Schulze (an Wilk persönlich gerichtet und auf den Glatzköpfigen zeigend): Finden Sie es nach­vollziehbar, dass ausgerechnet derjenige, der sich nachweislich für eine Deeskalation einge­setzt hat, sich an einem Gerangel beteiligt haben soll und damit letztlich selbst schuld ist? Wilk bestätigt meine aktive Rolle bei der Vermeidung einer Zuspitzung (mit möglicherweise weiteren Verletzungs-­Opfern auf unserer Seite) und drückt aus, dass er über die wohl sachlich korrekt beschriebene Lage auch nicht glücklich sei.

In der Querfunksendung kommt auch ein Demonstrant zu Wort, der die Szene ähnlich beschreibt und die Polizei-Aktion nach Ende der Demonstration gegen mich und andere als Racheakt einstuft.

Eine Bewertung sei mir erlaubt. Das geschilderte Behördenverhalten steht in krassem Gegen­satz zu dem Anliegen der „Woche gegen Rassismus“, die tags darauf im Rathaus vom neuen Karlsruher Ober­bürger­meister Dr. Frank Mentrup [5] eröffnet wurde.

Quellen:

[1] „Flüchtlingsproteste eskalieren: Polizeieinsatz auf Durlacher Allee“ ka-news-Bericht 11.3.2013

[2] „Brutaler Schlagstockeinsatz gegen Flüchtlinge zu Beginn der Antirassismus-Wochen in Karlsruhe“ Initiative Grenzenlos und Libertäre Gruppe Karlsruhe 09.03.2013

[3] “Polizei rabiat gegen Flüchtlinge“ Tageszeitung „junge Welt“ 11.03.2013

[4] „die refugees‘ revolution bus tour in karlsruhe und köln“ Querfunk 11.03.2013, mp3-file Länge 59:53 Minuten

[5] „In die Zukunft einwandern“ Oberbürgermeister Frank Mentrup eröffnet „Wochen gegen Rassismus“, Badische Neueste Nachrichten 11.03.2013

Sammlung von Presseberichten hier

Brutaler Schlagstockeinsatz gegen Flüchtlinge zu Beginn der Antirassismus-Wochen in Karlsruhe

Pressemitteilung der Initiative Grenzenlos und der Libertären Gruppe Karlsruhe zu den gestrigen Vorkommnissen vor Landesaufnahmestellung für Flüchtlinge.

Brutaler Schlagstockeinsatz gegen Flüchtlinge zu Beginn der Antirassismus-Wochen in Karlsruhe

Die im Rahmen der bundesweiten Flüchtlingsproteste gestartete Refugees‘ Revolution Bustour machte am gestrigen Freitag Halt an der LASt (LandesAufnahmestelle) in Karlsruhe. Ziel der AktivistInnen ist es durch Aktionen auf die miserablen Zustände (Residenzpflicht, Fresspakete..) in Asylbewerberheimen aufmerksam zu machen und für bessere Bedingungen zu demonstrieren. Nach Ankunft der Busse und anschließender Kundgebung mit AktivistInnen aus der Region, folgte ein Besuch bei den Asylsuchenden in der LASt um persönlich Kontakt aufzunehmen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war alles friedlich und entspannt verlaufen.

Nach Verlassen der LASt wollte die Gruppe auch außerhalb des Lagers auf ihr Anliegen aufmerksam machen und versuchte kurzzeitig die Durlacher Allee zu blockieren. Die daraufhin rasch eintreffende Polizei versuchte sofort mit übertriebener Härte die Straße zu räumen. Ohne Rücksicht auf Verluste schlugen die BeamtInnen mit Teleskop-Schlagstöcken wahllos auf die AktivistInnen ein und stürmten mit Hunden ohne Maulkörbe durch die Menge.

Selbst als die Straße längst geräumt war und die AktivistInnen bereits aufbrachen, gingen die BeamtInnen mit unverminderter Härte gegen die Gruppe vor. Aus dem Hintergrund feuerte der Polizeibeamte Heck seine KollegInnen mit den Worten „Haut Fett drauf, Haut drauf!“ an. Der brutal Polizeieinsatz forderte mehrere Verletzte, von denen zwei Personen zur Behandlung ins Krankenhaus mussten. Während der polizeilichen Maßnahme wurde unter anderem ein Rentner von BeamtInnen bewusstlos geschlagen und musste in einem Rettungswagen behandelt werden. „Wir haben in Leipzig, Augsburg und Reutlingen demonstriert, nie kam es zu derartigen gewalttätigen Übergriffen wie heute in Karlsruhe. In Reutlingen konnten wir durch Blockaden sogar Gespräche mit dem Bürgermeister erreichen.“ so einer der Flüchtlinge der Refugees‘ Revolution Bus Tour.

Am 9.3.13 um 9.00 Uhr findet im Kanalweg 52 eine Pressekonferenz mit weiteren Informationen zu den gestrigen Vorfällen bei der LASt statt.

Für den heute, den 9.03.13 um 13.00 Uhr am Kronenplatz rufen wir auf zur solidarischen Demonstration gegen die Polizeiübergriffe und miserable Bedingungen der Flüchtlinge in Deutschland sowie für Bleiberecht aller Menschen überall!

Weitere Informationen:

http://refugeesrevolution.blogsport.de
http://stop-deportation.de

Vortrag „Warten auf das Wachstum“ mit Alexis J. Passadakis

am kommenden Donnerstag, den 14. Februar 2013, findet ab 19:30 Uhr eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Warten auf das Wachstum – Gibt es eine Lösung der Eurozonen-Krise jenseits eines neuen Booms?“ auf dem KIT-Campus Süd, in den „WiWi-Bauten“ (Geb. 20.12., Raum 002, Schlossbezirk 12, s. hier: http://www.firsturl.de/C1xut93) statt, zu der wir hiermit alle Interessierten herzlich einladen.

Als Referent konnten wir Alexis J. Passadakis (Attac) aus Berlin gewinnen. Die Veranstaltung ist Teil der vierteiligen Veranstaltungsreihe „Alternative Wirtschaftspolitik in der Euro- und Finanzkrise“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg und der Alternativen Listen Karlsruhe.

Zum Inhalt der Veranstaltung:
Die gegenwärtige Bearbeitung der Eurozonenkrise setzt auf Austerität, führt zu Rezession und hofft auf neue Blasen und Wachstum. Als Alternative schlagen einige Akteure mehr oder weniger elaborierte euro-keynesianische Konzepte vor. In einigen Fällen sogar mit einer ökologischen Komponente – z.B. einen Green New Deal. Was aber sind die gesellschaftspolitischen Voraussetzungen eines Euro-Keynesianismus, und ist „grünes Wachstum“ tatsächlich eine Antwort auf die ökologischen Krisen und Peak Oil? Welche Konturen könnte eine Ökonomie jenseits des Wachstums haben und wie sehen die politischen Auseinandersetzungen um eine Solidarische Postwachstumsökonomie aus?

Zum Referenten:
Alexis Passadakis, Jahrgang 1976, ist Politikwissenschaftler (M.A. Global Political Economy/Sussex) und Mitglied im Rat von Attac. Er beschäftigt sich mit Fragen der Weltwirtschaft, Klimagerechtigkeit und der Eurozonen-Krise.

Zur Reihe „Alternative Wirtschaftspolitik in der Euro- und Finanzkrise“:
Die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg und der Alternativen Liste Karlsruhe angebotene Veranstaltungsreihe umfasst vier
Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen: 23.10. mit Dr. Joachim Bischoff, am 14.11. mit Ronald Blaschke, am 24.01. mit Lucas Zeise und am 14.02. mit Alexis J. Passadakis. Hier geht’s zum Veranstaltungsplakat.

Impressionen vom Campus-Dekadenz-Schlonz

Pressemitteilung: Wahlen am KIT werden in den Schmutz gezogen

Pressemitteilung der Grünen Alternativen Liste (GAL) vom 17.01.2013: [Download]

Wahlen am KIT werden in den Schmutz gezogen: Diffamierungskampagne gegen die Grüne Alternative Liste

Karlsruhe (GAL) – In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde an den Litfaßsäulen auf dem Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie von Unbekannten anonyme Plakate angebracht, auf denen die Grüne Alternative Liste (GAL) als „NSDAP-nahe Hochschulgruppe“ bezeichnet wird. „Es birgt eine gewisse Ironie, dass ausgerechnet wir – als die einzige Hochschulgruppe, die sich in ihrer Wahlwerbung ausdrücklich gegen Rassismus ausspricht – Ziel einer solchen Verleumdungskampagne werden,“ so Nadja Brachmann, Kandidatin der GAL.

Am KIT finden in dieser Woche die Wahlen zum Studierendenparlament statt. Dies scheint auch der Anlass für die jetzige Diffamierung zu sein. „Alles deutet darauf hin, dass mit solchen Plakaten die Studierenden in der Wahlwoche verunsichert werden sollen – frei nach dem Motto: Irgendwas bleibt immer hängen“ so Brachmann weiter. „Wir bedauern, dass der Wahlkampf auf so niveaulose und feige Art in den Schmutz gezogen wurde. Anstatt über Inhalte und Ziele zu diskutieren, wird hier mit Verleumdungen gearbeitet.“

„Ich finde es erschreckend, dass es abseits von politischer Satire – welche Teil des demokratischen Diskurses ist – der/die Urheber*innen mit ihrem Plakat versuchen, einzelne Menschen mit dem Nationalsozialismus und seinen Zielen in Verbindung zu bringen.“ kommentierte der Sprecher der Juso-Hochschulgruppe, Niklas Horstmann, in einer E-Mail an die Studierendenschaft den Vorfall. „Dabei kann es sich nur um persönliche Beleidigung und Verleumdung handeln, die mich auch als Nichtbetroffenen schockiert.“ Auch die Hochschulgruppen der Jusos, des Rings Christdemokratischer Studierender (RCDS) und der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) waren Ziel der Plakataktion geworden, wobei die Plakatinhalte hier milder ausfielen. So zeigte eines der Plakate eine Fotomontage des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück mit der Überschrift: „Achtung!!! Jusos = Die SPD-nahe Hochschulgruppe“.

Keines der Plakate wies einen Urheber auf. „Wer hinter seiner Meinung steht, schreibt seinen Namen drunter!“, stellt der GAL-Kandidat Florian Keller, klar. Auch der Historiker und frühere Abgeordnete Andie Rothenhäusler findet klare Worte zu dem Vorfall: „Wer derart leichtfertig mit diesem Vokabular umgeht, beweist damit vor allem eins: Dass er oder sie ein ungenügendes Verständnis der deutschen Geschichte hat. Solche Vergleiche ohne Anlass zerstören die politische Kultur und verharmlosen die Gefahr, die immer noch von Rechtsextremen ausgeht.“

Mehrere Mitglieder der GAL haben Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung bei der Polizei gestellt.

Wir würden uns freuen, wenn Menschen, die Hinweise zu den Täter*innen haben, sich bei uns melden würden.

Die Grüne Alternative Liste (GAL) ist ein Zusammenschluss der Alternativen Liste (AL) und ökologisch eingestellter Studierender.